Kleiner Grasbrook: Der Stadtteil der Zukunft am Südufer der Elbe

Normalerweise rede ich nicht gern über ungelegte Eier. Aber wenn es um den Kleinen Grasbrook, einen neuen Stadtteil im Hamburger Hafengebiet geht, mache ich mal eine Ausnahme. Denn das ist ziemlich interessant.

Im Moment ist das Projekt in einer Phase, wo noch viel Luft für Planung und Spekulation ist. Nur eines ist sicher – er wird kommen: Der neue Stadtteil Grasbrook. Wie stark sich unsere Stadt wandeln kann, erleben wir aktuell hautnah mit, wenn wir uns die Entwicklung der HafenCity ansehen. Dass dieses Stadtgebiet einmal Hafengebiet war, kann man sich nur noch schwer vorstellen.

So wird es mit dem Kleinen Grasbrook, der einst als Umschlagplatz für Stückgut diente, wohl auch kommen. Glaubt man den Wünschen der Politiker, wird das neue schicke Hamburger Viertel im Jahr 2037 fertig sein. Die Weichen dafür stellte unser erster Bürgermeister bereits, indem rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen beschlossen wurden.

Die Vision vom Kleinen Grasbrook zum Grasbrook

Gegenüber der HafenCity, südlich der Elbe, soll aus dem Kleinen Grasbrook der “Grasbrook” als neuer Stadtteil entstehen. Westlich angrenzend wird die Veddel der Nachbar sein. Der Grasbrook ist als ein Viertel gedacht in dem Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, denn der Fokus soll auf Ressourcenschonung liegen. Menschen, die gern mit Blick aufs Wasser wohnen, können sich freuen, denn es sind circa 3.000 neue Wohnungen vorgesehen. Angeblich auch bezahlbar.

Voraussichtlich soll es eine große Grünfläche von circa sechs Hektar geben sowie eine vier Kilometer lange grüne Uferpromenaden entlang der Elbe und dem Hafenbecken. Für Spaziergänge am Wasser ein Traum! Aber auch alles andere, was das soziale Leben vonnöten hat, wird in die Planung einbezogen: Grundschulen, Kitas, sowie neue Angebote für Nahversorgung, Sport und Kultur werden hier ihren Platz finden. Angepeilt ist auch, das neue Arbeitsplätze entstehen sollen, ganze 16.000! Denn im neuen Grasbrook soll auch Platz für Gewerbe und Industrie geschaffen werden.

Soweit die Grundidee. Was am Ende tatsächlich entsteht, wird sich zeigen. Mit Blick auf die gegenüberliegende Uferseite bin ich jedoch hoffnungsfroh, denn die HafenCity kann sich durchaus sehen lassen. Und sie ist ja auch noch nicht final fertig…

Blick in die Geschichte des Kleinen Grasbrook

Das Wort Brook bedeutet feuchtes Marschgebiet. Und das Gebiet des neuen Stadtteils Grasbrook befindet sich auf einem ehemaligen Weidegrund vor der Stadt. 1850 erschlossen die Hamburger den Kleinen Grasbrook als erste Hafennutzung auf der Südseite der Norderelbe. Die Elbbrücken schufen Verbindungen zwischen Hamburg und Harburg.

Ab diesem Zeitpunkt begann der stetige Ausbau für den Seeschiffumschlag und prägte fortan das Gesicht des Gebiets. Für den Stückgutumschlag entstehen schmale Kaianlagen und Stückgut Schuppen. Das Gebiet des damaligen Grasbrooks war geprägt von Moldau-, Segelschiff- und Saalehafen.

In den 1960er Jahren begann die schrittweise Zuschüttung von Wasserflächen für den Bau des Überseezentrums. In den 1970er Jahren wichen weitere große Flächen des Segelschiffhafens für vermehrte Logistik­ und Lagerflächen. 2016 gab die HHLA das Überseezentrum wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit auf und im September 2017 wurde die Idee eines neuen Stadtteils Grasbrook erstmals öffentlich vorgestellt.

Hamburgs Grasbrook schafft neuen Wohnraum

Da die Wohnungsknappheit in Hamburg immer wieder ein Thema ist, freuen sich viele Hamburger über die geplante Kapazität für bis zu 6000 Menschen im neuen Stadtteil. Und wer träumt nicht davon, im Hafen zu wohnen? Mit Blick auf die Elphi und die HafenCity? Ich persönlich finde die Idee ziemlich attraktiv. Da könnte ich zudem auch Berufliches und Privates gut miteinander verbinden und mich von meinem Kapitän morgens direkt einsammeln lassen, wenn wir auf große Hafenrundfahrt gehen.

Da das aber noch ein paar Jahre dauern wird, muss ich mich wohl damit begnügen, den noch Kleinen Grasbrook auf unseren Touren aus der Ferne anzuhimmeln.

Ahoi
Eure Mareike